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08. Mai 2022
Jubilate
10.00 Uhr Pfarrkirche
Epistel: 1. Joh. 5,1-4
Evangelium: Joh 15,1-8
Prediger: Pastor J.-P. Schulz

 
aus der Gemeinde
 
 
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Die Pfarrkirche St. Marien in Güstrow war die Bürgerkirche und wurde 1308 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Anfang des 16. Jahrhunderts zerstörten drei Brände die Innenstadt und dabei auch die Pfarrkirche. Größer und prächtiger ausgestattet wurde sie 1508 mit 18 Nebenaltären neu geweiht. Erst 1522 konnte der monumentale Hochaltar aufgestellt werden. Es ist dem Brüsseler Künstler Jan Borman III. meisterhaft gelungen, die Passion Christi mit ihrem dramatischen Geschehen von Abendmahl, Verurteilung, Hinrichtung, Beweinung, Grablegung und die Ostergeschichte mit Auferstehung und Himmelfahrt in einem Ensemble von 13 Szenen in ungewöhnlich großen Dimensionen zu zeigen. Im großen Mittelfeld ist die Kreuzigung als Höhepunkt der Leidensgeschichte dargestellt. Auf alle Felder verteilt agieren 181 lebhafte Skulpturen aus baltischem Eichenholz. Unter ihnen ein nachweislich nachträglich eingesetzter Soldat, auf dessen Schwert die Signatur des Schnitzers zu lesen ist. Werden die Seitenflügel des Retabels zweimal umgeklappt, so sind insgesamt sechs große Bildtafeln zu sehen. Es handelt sich um niederländische Tafelmalerei aus dem Umfeld von Bernaert van Orley. In der Literatur wird der Künstler auch „der Meister von Güstrow“ genannt. Da die Auftraggeber wohl der Katharinenbruderschaft angehörten, findet sich auf zwei weiteren Tafeln das in einer Legende erzählte Martyrium der Katharina von Alexandrien . Auf den beiden letzten Tafeln sind in einer symmetrischen Komposition die Apostel Petrus und Paulus zu sehen, die nach Untersuchung der Maltechnik von zwei unterschiedlichen Künstlern stammen. Vermutlich erinnert die Heiligendarstellung an die Zerstörung der Kirche am 28. Juni 1503, dem Vortag des Peter- und Paulstages.

 

Der Altar ist beim umfangreichen Umbau zwischen 1880 und 1883 restauriert worden. Dabei erhielt das Retabel eine neogotische Umrahmung sowie die prächtige Bekrönung, in die 14 Figuren gestellt wurden, die vermutlich aus einem noch älteren Altar gerettet wurden.

Während des zweiten Weltkrieges war der Altar in einem Güstrower Gymnasium eingelagert. Wie aus einem Bericht hervorgeht, zeigten sich bei der Wiederaufstellung 1946 an der Fassung und auch am Trägermaterial deutliche Schäden. Der Zustand und das Erscheinungsbild des Altars waren 1992 Anlass für den Beginn umfangreicher Konservierungs -und Restaurierungsmaßnahmen durch Dipl.-Restaurator Volker Ehlich († 2019).

22 Jahre hat es gedauert mit Hilfe der Sponsoren, viel Mühe der Restauratoren und dem unermüdlichen Einsatz von Pastorin Elisabeth Taetow sowie dem Altarverein im Juni 2014 die letzte Restaurierungsmaßnahme auszuführen. Mitte September 2015 lud die Pfarrkirchengemeinde zu einem feierlichen Abschluss mit einem Kolloquium und einem Festgottesdienst mit Bischof Andreas von Maltzahn ein.

 
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